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Rechenzentren in Deutschland profitieren vom KI-Boom

Je schneller und umfassender KI-Systeme wachsen, desto mehr Rechenleistung und entsprechende Infrastruktur benötigen sie. Laut einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom, durchgeführt vom Borderstep Institut, investieren Betreiber deutscher Rechenzentren allein im Jahr 2025 rund zwölf Milliarden Euro in IT-Hardware und weitere 3,5 Milliarden Euro in Gebäude und Technik. Und das tun sie aufgrund des exorbitanten Hungers nach Rechenleistung von künstlicher Intelligenz.

Auch wenn KI für die oben genannten Investitionen sorgt und Bitkom bis zum Ende des Jahrzehnts eine Vervierfachung der Kapazitäten prognostiziert, hinkt Deutschland im Vergleich zu anderen Nationen immer noch mächtig hinterher.

Aktuell nimmt künstliche Intelligenz gerade mal ein Achtel der Serverleistungen deutscher Rechenzentren in Anspruch. Bis 2030 soll sich dieser Anteil auf bis zu 40 Prozent erhöhen. Das bedeutet einen enormen Kapazitätszuwachs: Die derzeitigen Kapazitäten von 530 Megawatt Rechenleistung werden annähernd vervierfacht, so die Autoren der Studie im Auftrag von Bitkom. Das ist für den „IT- und Serverstandort Deutschland“ ein echter Gamechanger. Neu daran ist vor allem die Intensität der IT-Prozesse durch KI-Abfragen. Denn, so Bitkom, die Abfrage eines herkömmlichen KI-Tools wie Chat GPT verbraucht bis zu zehnmal soviel Rechnerleistung wie beispielsweise eine Suche bei Google.

Effektive Rechner sind echte Stromfresser

Die Zahlen für das laufende Jahr prognostizieren über 21 Milliarden Kilowattstunden als Bedarf der deutschen Rechenzentren, das sind knapp sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Zur Einordnung: Diese Menge an verbrauchtem Strom entspricht recht genau der Energiemenge, die alle Berliner Haushalte pro Jahr benötigen. Zwei Drittel dieser Energie verbrauchen Groß-Server, Speicheranlagen und die Netzwerktechnik. Zwar werden die IT-Anlagen generell immer sparsamer, was den Stromverbrauch angeht. Aber in Gänze steigt der Stromverbrauch trotzdem rasant an, da immer mehr Cloudlösungen und KI-Systeme aufgeschaltet werden.

Hotspot Frankfurt am Main

Die hessische Metropole Frankfurt hat sich mit 1.100 Megawatt Leistung für Rechenzentren als deutscher Hotspot etabliert. Und neue Zentren befinden sich hier in der Entwicklung. Die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz planen eine Aufholjagd durch Großprojekte mit mehreren Hundert Megawatt. Besonders attraktiv sind Standorte mit guter Konnektivität, viel Fläche und idealerweise Zugang zu „grünem“ Strom. Und da sind in Deutschland bei weitem noch nicht alle Regionen ausgelastet, was das weitere Wachstum positiv beeinflusst.

Deutschland noch lange kein „Server-Land“

Auch trotz der Prognosen der Bitkom-Experten bleibt Deutschland im internationalen Vergleich eher ein unbedeutender Standort, was den Serverbetrieb angeht. Allein die Vereinigten Staaten von Amerika verfügen bereits über 48 Gigawatt Rechenzentrumsleistung – das ist sechzehnmal mehr als das deutsche Niveau, Tendenz ebenfalls stark wachsend. In der Studie werden riesige IT-Projekte wie „Hyperion“ von Meta oder die KI-Initiativen von OpenAI und xAI und ihre Dimensionen beschrieben. Von solchen Werten und Energieverbräuchen ist die komplette EU noch sehr weit entfernt. Bitkom appelliert an Politik und Verwaltung, entschlossen zu handeln: Nur wenn Bund und Länder ihre Anstrengungen massiv verstärken, lassen sich Investitionsbarrieren wirksam abbauen und die Leistungsfähigkeit des europäischen, durch die DSGVO regulierten Wirtschaftsraums ausbauen. Ziel ist es, die digitale Souveränität Europas nachhaltig zu sichern.

Fazit

Ohne leistungsfähige Rechenzentren kann kein Land mit der Digitalisierung in allen relevanten Bereichen Schritt halten. Wer heute investiert, schafft die Basis für morgen – ob in Verwaltung, Wirtschaft oder Forschung. Was in Deutschland trotz des aktuellen Wachstums an Rechenkapazität noch immer fehlt, sind schnelle Genehmigungen, eine stabile Stromversorgung sowie klare politische Rahmenbedingungen, um die nötigen Investitionen zu ermöglichen.

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